Meniskuschirurgie

Meniskuschirurgie

Ein Knie-Meniskus (griechisch „Möndchen“) ist eine halbmondförmige eiweißhaltige, aus Kollagen bestehende extrem elastische Bindegewebsstruktur, die auf der Innen- und Außenseite als Dämpfer und Stabilisator zwischen den Gleitflächen von Ober- und Unterschenkel liegt. Menisken unterliegen zum einen einer natürlichen Alterung und sind zum anderen einer mehr oder weniger großen Belastung durch sportliche oder berufliche Aktivitäten ausgesetzt. 
Eine Verletzung des Meniskus kann infolge eines Unfalls – z. B. durch ein Verdrehtrauma des Kniegelenkes beim Sport (10 Prozent der Fälle) – entstehen. Viel häufiger (90 Prozent der Fälle) kommt es aber bei bereits bestehendem Verschleiß durch eine alltägliche Bewegung – z. B. beim Hinhocken – zu einem Meniskusschaden.

Klinische Symptome eines Meniskusschadens sind in der Regel Belastungs- und Bewegungsschmerzen im Knie, eine Bewegungseinschränkung mit Blockierungen, aber auch Schwellungen oder ein Instabilitätsgefühl.

Teilresektion

Die häufigen degenerativen Meniskusrisse betreffen den innersten Teil des Meniskus. Da dieser Teil schlecht durchblutet ist, ist ein Zusammenwachsen des Risses zumeist unmöglich. Bei entsprechenden Beschwerden des Betroffenen und einem positiven Untersuchungs- und MRT-Befund bleibt nur die sparsame arthroskopische Entfernung aller störenden instabilen Meniskusanteile, zumal eine dauerhafte Schädigung des Meniskus bei gleichbleibender Belastung in der Regel zu vorzeitigem Gelenkverschleiß, der sogenannten Arthrose, führt.

Meistens kann ein großer funktionstüchtiger Anteil des Meniskus belassen werden, weshalb die langfristigen Folgen einer Arthrose zu vernachlässigen sind.
Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant. Bereits nach wenigen Tagen besteht uneingeschränkte Gehfähigkeit.

Refixation

Bei bestimmten frischen Rissformen im durchbluteten äußeren kapselnahen Anteil des Meniskus ist das Nähen und damit der vollständige Erhalt des Meniskus möglich. Hier kommen arthroskopische Techniken mit speziellen selbstauflösenden Nahtankern und Nahtsystemen zum Einsatz. 
Mit einer anschließenden 6-wöchigen Teilbelastung und Teilimmobilisierung des Kniegelenkes in einer Orthese hat der genähte Meniskusriss eine gute Chance auf Verheilung.

Meniskusersatz (CMI = Collagen Meniskus-Implantat, Menaflex)

Ist ein Meniskus großflächig irreparabel geschädigt und seine weitestgehende Entfernung unumgänglich, so kann seine Funktion in einem Zweiteingriff zu einem späteren Zeitpunkt mittels eines Implantats wiederhergestellt werden.

Der speziell hierfür entwickelte Menaflex-Kollagen-Meniskus ist ein resorbierbares bovines Kollagenfasergerüst, das in einem arthroskopischen Eingriff exakt zugeschnitten und an die verbliebene Meniskusbasis angenäht wird. In dem Gerüst siedeln sich körpereigene Zellen an, und es entsteht nach einigen Monaten ein meniskusartiges Gewebe, das die Funktion des Meniskus nach und nach übernehmen kann. Die Rehabilitationsphase nach einem solchen Eingriff mit Teilbelastung und Teilimmobilisierung des Kniegelenkes durch eine Orthese über 3 Monate ist allerdings langwierig. Sie erscheint aber dann gerechtfertigt, wenn sie eine Früharthrose des Kniegelenkes vermeiden hilft.